Im Park

Eines dunklen Abends sass ich in einem Berliner Stadtpark und sinnierte über Ratten. Ich war tagsüber ruhelos umhergewandert; nun endlich fühlte ich mich bereit, eine Kurzgeschichte auf meinem Laptop zu schreiben, und hatte mich in dieser Absicht auf eine Parkbank gesetzt. Die Ratten huschten um meine Füsse, während ich auf die leere Seite starrte. Über Ratten, kam mir der Gedanke, hatten bereits so manche Schriftsteller geschrieben. Die einen, um uns das Fürchten zu lehren, andere, um eine Parabel zu erzählen. Sogar Videospiele gab es über Ratten. Was ich mit ihnen anfangen wollte, wusste ich nicht, und je mehr ich über sie nachdachte, desto weniger wollte mir einfallen. Ich klappte den Laptop zu und versuchte aufzustehen. Stattdessen sackte ich plötzlich ab – unter mir hatte sich ein Rattenschwarm gebildet, der mich zu verschlucken drohte. Wenn ich nichts unternähme, würde ich in ihm versinken. Ich bewahrte Ruhe und schüttelte die Füsse. Nach und nach verkrochen sich die Tiere, sodass ich wieder Halt fand. Besser, so schloss ich in Richtung Strasse schlendernd, war es, die Rattenidee zu versenken.

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