«Komme ich aus der Zukunft oder aus der Vergangenheit?», fragte der Gesandte, der auf einmal unter uns erschienen war.
«Aus der Gegenwart», riet Angelika. Sie war seit jeher die Realistin unter uns.
«Lass dich ansehen», sagte Thomas, ging um den Gesandten herum. Seine Kleidung war ein Gemisch verschiedener Modeströmungen oder Epochen. Das Material mancher Accessoires kam mir jedoch völlig unbekannt vor.
Bevor Thomas seinen Tipp abgeben konnte, fragte der Gesandte weiter: «Bin ich gekommen, um euch zu warnen, Glück zu verkünden oder um Hilfe zu erbitten?»
«Wir sind auf alles gefasst», erwiderte Angelika ironisch.
«Bitte Glück», murmelte ich. Die Jahre seit meinem Studienabschluss waren schwierig gewesen. Nicht nur hatte ich keine Arbeit gefunden, die Weltlage hatte sich ebenfalls sehr verschlechtert.
«Werde ich euch enttäuschen oder nicht?», fragte der Gesandte.
Thomas verlor die Geduld. «Jetzt sag schon, was du von uns willst», drängte er. «Wenn du nichts zu sagen hast, dann verschwinde.»
Der Gesandte starrte nachdenklich ins Lagerfeuer vor der Waldhütte. Auf einer Musikbox lief eine bekannte Metalband aus den Zweitausendern, um der alten Zeiten willen.
«Ich fürchte, ich werde euch enttäuschen», meinte der Gesandte und trat ins Feuer. Mit einem Knall war er verschwunden, die Flammen wurden gelöscht. Gleichzeitig hatte sich der Akku meines Handys entleert und die Musik war verstummt.
Wir sahen uns um. In der Stille und hereinfallenden Dunkelheit wirkte der Wald nicht mehr einladend.
«Wollen wir gehen?», fragte ich meine Freunde. Sie nickten zustimmend, worauf wir den Alkohol einpackten und uns auf den Heimweg begaben.
