«Sie essen heute mit dem Teufel», sagte mir der Kellner im Vorbeigehen.
Die Nachricht bestürzte mich. Erstens, weil ich mich im Restaurant ungern stören liess, zweitens, weil der Teufel angekündigt wurde. Bevor ich protestieren konnte, kam ein Mann an meinen Tisch und setzte sich. Er war gut angezogen, hatte aber eine hässliche Narbe im Gesicht. Ob das wirklich der Teufel war, vermochte ich nicht zu sagen; ich ging aber zur Sicherheit davon aus und beobachtete ihn beim Essen genau. Während ich eine Suppe ass, kaute er an einem Schnitzel herum. Als ich den Löffel absetzte, um einen Schluck Wasser zu trinken, bemerkte ich eine Bewegung im Augenwinkel. Hatte er etwas in meine Suppe geschüttet? Ich wagte nicht, sie weiter anzurühren, aus Angst, sie wäre vergiftet. Während ich überlegte, was zu tun sei, stand der Teufel auf und begab sich auf die Toilette. Da kam mir ein simpler Einfall: Ich nahm etwas Suppe auf meinen Löffel und träufelte sie über das Schnitzel. Der Teufel kam zurück und setzte sich nichtsahnend wieder an den Tisch. Mit gutem Appetit schob er sich die nächste Fleischportion in den Mund, worauf er sich verschluckte und einen heftigen Hustenanfall erlitt. Endlich krachte er zu Boden.
«Warum haben Sie ihm nicht geholfen?», fragte der Kellner, als ich in Richtung Ausgang lief.
«Die Suppe war nicht gut», erwiderte ich und verliess das Lokal.
