Das Wort «Kutsche» kommt vom Ungarischen «kocsi», was so viel heisst wie «aus Kocs», weil die Erfindung des gefederten Reisewagens jener Ortschaft, einer kleinen nordungarischen Gemeinde mit weniger als dreitausend Einwohnern, zugeschrieben wird. Zwar hatten bereits die Römer solche Wagen gekannt; doch die elastische Aufhängung des Wagenkastens war als Kulturtechnik offenbar verloren gegangen und erst im Spätmittelalter wiederentdeckt worden.
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts fuhr ich mit einer Kutsche durch Kocs, ja. Aber niemand nahm daran auch nur den geringsten Anteil. Wie auch, dachte ich mir, der grosse Rummel war schon längst vorbei. Aufmerksamkeit bekam ich wenigstens von einem kleinen Hund. Kläffend rannte er hinter dem Wagen her und versuchte auf den Sitz zu springen. Am liebsten hätte ich ihn dankbar in die Arme genommen – schade, pfiff ihn sein Besitzer zurück.
