Bei meinem ersten Besuch beherbergte der Tierpark einige Esel. Sie liessen sich gerne streicheln. Bei meinem zweiten Besuch tummelten sich Hirsche auf der Wiese. Sie waren weniger zutraulich als die Esel. Beim vierten Mal sah ich Pfauen. Sie kümmerten sich nicht um die Besucher. Dann kam der Nasenbär, der sich kaum zeigte. Aufgrund meiner beruflichen Verpflichtung blieben weitere Tierparkbesuche leider aus. Doch hatte ich mir eine These zurechtgelegt: Nach und nach würden sich im Park seltenere und unnahbarere Tiere einfinden, sodass am Ende mit Exoten von fremden Planeten zu rechnen wäre. Nun hielt mich meine Verpflichtung lange eingespannt und die Freizeit musste darunter leiden; dafür malte ich mir immer fremdartigere Tiere in den Gehegen aus, die es nicht gab, oder vielleicht doch. Vielleicht sprachen, lebten sie inzwischen sogar wie Menschen, und hatten ihr eingezäuntes Leben längst hinter sich gelassen. Ja, sie wären uns so fremd, dass sie uns bereits wieder ähneln würden. Als ich eines Morgens durch ein Klingeln an der Tür geweckt wurde, überkam mich deshalb ein mulmiges Gefühl. Doch es schien nur ein Kinderstreich gewesen zu sein.
