Einer Eingebung folgend, trat ich auf die Strasse. Ich hörte das Quietschen von Autoreifen und wurde durch die Luft geschleudert. Einige Zeit später erwachte ich im Krankenhaus. Weshalb ich auf die Strasse hinausgegangen war, vermochte ich mir nicht zu erklären. Ausser – ja, ich erinnerte mich wieder: Kurz vor dem Unfall hatte ich auf dem Trottoir eine seltsame Gestalt in einem roten Regenmantel beobachtet, die mich ihrerseits zu fixieren schien. Ich besann mich auf ein Buch über die Kraft der Gedanken, das ich gelesen hatte, und kam auf eine beängstigende Idee: Was, wenn ich nicht meiner, sondern einer fremden Eingebung gefolgt war, derjenigen der roten Gestalt? Nachdem ich aus dem Krankenhaus entlassen worden war, machte ich mich auf die Suche nach ihr, und fand sie an der gleichen Stelle stehend. Ihr kalter Blick verfolgte jeden Passanten diesseits und jenseits der Strasse. Ich setzte meine Beobachtung mehrere Tage fort. Doch nichts geschah. Bis die Gestalt plötzlich mit dem Mundwinkel zuckte und ebenfalls auf die Strasse trat. Sie wurde von einem Fahrradfahrer erfasst. Ich erschrak, aber der Unfall schien nicht schwerwiegend zu sein, denn die darin Verwickelten konnten bald wieder stehen und unbeschadet davonlaufen. Als ich den roten Regenmantel im Menschengewirr aus den Augen verlor, beschloss ich, mich der Sache nicht länger zu widmen. Vielleicht hatten manche Menschen einfach schlechte Eingebungen, ob fremde oder eigene.
