Der lange Herbst

Der Herbst dauerte dieses Jahr länger als erhofft. So fielen noch im Dezember welke Blätter von den Bäumen, die längst kahl hätten sein müssen. Irgendwann wusste ich nicht mehr, ob das, was sich vor meinem Fenster abspielte, überhaupt einer gängigen Jahreszeit entsprach. Denn kaum war das letzte Blatt vom letzten Ast gefallen, grünten und starben die Bäume erneut, sodass der Boden bald von einer meterhohen Blätterschicht bedeckt war. Allmählich kamen die Laubbläser nicht mehr mit ihrer Arbeit nach; der Verkehr erlahmte und blieb schliesslich ganz aus. Die Menschen blieben in ihren Häusern. Ihre Teevorräte gingen zu Neige, und sie sassen wie ich am Fenster, hoffend, dass alles ein Ende hätte.

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