Die Kommission

Die Kommission war unzufrieden.
«Uns gefällt nicht, was Sie tun», sagte der Vorsitzende. «Wir wollen Bildung, und Sie tun das Gegenteil.»
«Was ist das Gegenteil?», fragte ich zurück.
«Sie wollen streiten?», erwiderte er angriffslustig.
«Man hinterfragt», sagte ich. «Man geht in den Widerstand.»
«Dann gehen Sie durch die Tür.»
Zu meiner Überraschung wies der Vorsitzende nicht auf diejenige, durch die ich gekommen war, sondern auf eine, die sich hinter ihm befand. Ich folgte seiner Weisung und stand daraufhin in einem Raum, der genau gleich aussah wie der vorige. Statt der Kommissionsmitglieder sassen da aber fremde Menschen mit ergrautem Haar.
«Wer sind Sie?» fragte ich.
«Wir haben damals die Kommissionsmitglieder ausgebildet», erklärte eine Frau mit eingefallenen Wangen. «Was wollen Sie?»
«Widerstand», sagte ich herausfordernd.
«Wogegen?»
«Wenn nicht gegen die Kommission, dann gegen Sie», antwortete ich.
«Gegen uns können Sie nichts ausrichten», meinte sie. «Aber vielleicht gegen die.»
Sie wies auf eine weitere Tür, durch welche ich ohne zu zögern ging. Hier erwartete mich wieder der gleiche Raum. Doch auf den Stühlen sassen noch ältere Menschen.
«Und Sie?», blaffte ich.
Aufgrund des fortgeschrittenen Zerfalls waren sie leider nicht mehr imstande, etwas zu sagen. Einer von ihnen hob lediglich unter grosser Anstrengung den Finger, mit dem er auf eine dritte Tür wies. Ich riss sie auf und trat über die Schwelle.
Wieder der gleiche Raum: aber nur mit einem einzigen, leeren Stuhl.
«Hier ist niemand», stellte ich enttäuscht fest und wollte wieder zurückgehen, doch irgendwer hatte hinter mir die Tür abgeschlossen. Resigniert setzte ich mich auf den Stuhl. Langsam begriff ich: Nun galt es, auf die zu warten, die mich hinterfragten.
Bislang warte ich vergebens.

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