Nachts auf Deck

«Unter unseren Füssen schlafen die Piraten», sagte ich, in den Sternenhimmel blickend. Das Deck war ausgestorben, das Meer ruhig. Über dem Mast schien der Mond.
«Und doch hält sich einer verborgen, nachts auf Deck», antwortete eine Stimme. Sie kam aus einem leeren Fass, das jemand vergessen hatte.
«Das sagst du», erwiderte ich. «Aber ob du ein Pirat bist, weiss ich nicht.»
«Und du hältst dich für einen?»
«Wer weiss.» Ich ging zum Fass, hob den Deckel und blickte hinein. Es war jedoch zu dunkel, um etwas zu erkennen. «Bist du ein Pirat?»
«Wer weiss», echote die Stimme schnippisch.
«Wer ist dann der, von dem du sprichst?», fragte ich zurück.
«Das hättest du sein können.»
«Ich verstecke mich also?» Mit diesen Worten beugte ich mich ins Fass hinunter, sodass er mich sehen, gar spüren musste.
Nun blieb die Stimme für eine Weile still. Der Pirat, der keiner war, schien nachzudenken.
«Du hast Recht», meinte er schliesslich. «Hier gibt es keine Piraten.»
«Sie schlafen unter unseren Füssen», ergänzte ich. Damit schloss ich den Deckel des Fasses und ging in Richtung Kajüte.